Elfi Schulz ꝉ

Leonhard Ehlen

Als meine Tante und ich in diesem Frühjahr beschlossen, zum ersten Mal bei „Dörfer zeigen Kunst“ gemeinsam auszustellen, waren wir beide sehr begeistert und freuten uns auf diese gemeinsame Aktivität. Wir beide haben in Bäk einen großen Teil unserer Kindheit verbracht. Sie war mit ihrer Familie nach der Flucht aus Treptow an der Rega hergekommen. Später war sie dann mit ihrem Ehemann nach Bergedorf und dann nach Glinde gezogen.

Schon seit sehr vielen Jahren malt und zeichnet meine Tante mit Begeisterung. Dabei lernte sie und verbesserte ihre künstlerischen Fähigkeiten durch die regelmäßige Schulung durch ihre Kunstlehrerin. Über diesen langen Zeitraum verbesserte sie ihr Können in verschiedenster Hinsicht. Sie benutzte und kombinierte auch gern Pastellkreide, Acrylmalerei, Zeichnung, Mischtechniken. Mal waren ihre Sujets kleine Ausschnitte von Obst oder Blüten, mal Landschaften und auch Portraits. Sie wurde nicht müde, ihre Arbeiten stets noch einmal zu überdenken, sich zu beraten und auch verschiedene Versionen eines Ausschnittes anzufertigen. So steigerte sich der Ausdruck ihrer Bilder, ihre Erfahrung im Umgang mit den verschiedensten Materialien und Techniken und ihr Mut, sich immer wieder auch ganz neu zu erfinden. Ihre innere Unerschrockenheit, ihre junge, fröhliche Seele spiegeln sich in vielen ihrer Bilder. Schon immer zeigte sie ihre Bilder gern in Einzelausstellungen im Bereich ihres Wohnortes Glinde. So auch in diesem Jahr in der Kupfermühle.

Unsere Begeisterung für die gemeinsamen Aktivitäten erhielt durch die Nachricht einer schweren Erkrankung einen Dämpfer. Die Ausstellung in der Kupfermühle in Glinde konnte sie gerade noch mit einer Vernissage eröffnen. Dann musste sie sich in eine umfassende Behandlung begeben. 

Leider erhielten wir die Nachricht, dass sie unheilbar erkrankt war und nun ist sie nach sehr kurzer Zeit gestorben. Sie hat diese kurze und schwere Zeit mit ihrem tiefen Glauben ganz bewusst erlebt. So offen, wie sie dem Leben begegnet ist, begegnete sie auch ihrem Tod – mit dem Ausblick auf eine Zukunft bei Gott. Für uns alle, die sie begleitet haben, ist sie so selbst zum Trost geworden. 

Diese Ausstellung im Rahmen von „Dörfer zeigen Kunst“ war einer ihrer größten Wünsche. Noch am Krankenbett hat sie die Bildauswahl ganz bewusst getroffen. Somit wird die Ausstellung in ihrem Sinne sein. Aufgebaut und begleitet werden ihre Exponate von mir, ihrer Nichte, Annette Fabinski, und von ihrem Neffen und Patenkind, Uwe Heinrich. 

Im Nachfolgenden einige ihrer Arbeiten aus der Ausstellung in der Kupfermühle. Sie sind eine Werkschau aus verschiedensten Jahren der Entstehung: